FreiChi PoseDer Vakuumwäscher

Anläßlich einer außerordentlichen Tagung einer Fachgruppe unbestimmter Richtung trat ein engagiertes und zeitkritisches Mitglied der Fachgruppe mit der Empfehlung an die Öffentlichkeit, eine uralte Methode namens FREI CHI anzuwenden, um den Geist zu befreien, was landläufig als „den Kopp freizukriegen“ bekannt ist. Dies ließe sich auch zu einer Hirnwäsche ausweiten.

Die sich daraus entwickelnde Diskussion und teilweise brauchbare Beiträge brachten die Vielfältigkeit und Komplexität diese Themas zu Tage.

Die drängendste Frage war zunächst, ist es angemessen, einem geistlosen Zeitgenossen, dem allgemein nachgesagt wird, wenig bis gar kein Hirn im Kopp zu haben, diese Methode zu empfehlen. Denn wie soll er als hirnloser Mensch sein geistiges Vakuum waschen? Da kam sehr schnell die Idee zur Gründung eines Start Ups zum Vorschein, die spontan Zustimmung erfuhr. Doch Bedenkenträger stellten die zahlreichen ungelösten Probleme in den Mittelpunkt, zum einen die ethischen in der Frage, ist das Vakuum grundsätzlich invasiv oder auf Bergheim begrenzt, läßt sich ein Vakuum austauschen oder verleihen. Zum anderen wären die Probleme rechtlicher Natur zu bedenken, wie ist der Schaden zu berechnen, wenn bei einer Vakuumwäsche das Vakuum dem Transporteur oder dem Wäscher das Vakuum zu Boden fällt?

Die Verpackungsindustrie hätte große Anpassungsschwierigkeiten hinsichtlich des Versands eines Vakuums. Hierzu bedürfte es großer Subventionen von der Bundesregierung. Sofort erklärte sich ein Mitglied der Fachgruppe dazu bereit, den zuständigen Wahlkreisabgeordneten des Bundestages auf dieses Problem anzusprechen. Hilfsweise wollte ein Mitglied der Fachgruppe einen Bekannten, der Zugang zum Stadtrat von Bergheim hat, dazu veranlassen, einen Förderantrag zur Unterstützung des aufkeimenden Wirtschaftszweiges der Vakuumwäsche im Stadtrat einzubringen.

Großen Raum nahm die Diskussion der Frage ein, läßt sich für die Vakuumwäsche ein Patent erlangen? Hierbei war allgemeine Ratlosigkeit zu beobachten.

Ein beflissenes und in der Bergheimer Gesellschaft und Wirtschaftswelt gut vernetztes Mitglied der Fachgruppe erklärte sich bereit, Investoren zu gewinnen.

Allgemein wurde der sich abzeichnenden rasanten Verbreitung der Vakuumwäsche eine starke wirtschaftliche Bedeutung zugesprochen. Allerdings wollte man mit dem Gang an die Börse noch zuwarten.

Günter Bachmann